Nierenzellkarzinom

Einleitung/Ursachen

 

Das Nierenzellkarzinom macht etwa 3% aller bösartigen Erkrankungen aus. Raumfordernde Veränderungen der Nieren, das heißt solide Gewächse, sind in gut 70-75% bösartiger Natur und müssen daher weiter abgeklärt werden. Obwohl die Häufigkeit einen leichten Anstieg in den letzten Jahren zeigte, sank in den meisten europäischen Ländern die Sterblichkeitsrate, so auch in Österreich. Männer sind 1,5x häufiger betroffen, als Frauen, wobei der Altersgipfel zwischen dem 60. u. 70. Lebensjahren liegt. Als mögliche Risikofaktoren werden in der Fachliteratur und den Leitlinien immer wieder das Rauchen, Übergewicht und Bluthochdruck genannt. Eine weitere Rolle spielt eine positive familiäre Anamnese, dass heißt eine gleichartige Erkrankung (also Nierenkrebs) bei einem 1.-gradig Verwandten.

 

Beschwerden/Diagnostik

 

Ein Großteil der Nierenzellkarzinome wird heute im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung (US) oder in einer Computertomografie (CT) des Bauches zufällig entdeckt, da die Patienten in der Regel von Seiten der Nieren beschwerdefrei sind. Diese Untersuchungen werden meist aus anderen Gründen durchgeführt. In nur 6-10% kommt es zur klassischen Trias (das heißt gleichzeitig Auftreten 3er Symptome) bestehend aus Flankenschmerz, Hämaturie (Blut im Harn) und durch die Haut tastbarer Tumormasse. Bei diesen Patienten treten in ca. 30% noch zusätzliche Symptome, wie unter anderem Bluthochdruck, Kachexie (reduzierter Allgemeinzustand), Gewichtsverlust, Fieber, Abgeschlagenheit oder Blutarmut auf. Dies ist zumeist ein Zeichen für eine fortgeschrittene Erkrankung.

Zeigt sich also in einer US-Untersuchung eine verdächtige Veränderung an einer Niere, so sollte auf jeden Fall zur weiteren Abklärung eine CT der Nieren mit Kontrastmittel erfolgen. Zum Ausschluss eines Lungenbefalls sollte zusätzlich zumindest ein konventionelles Lungenröntgen angefertigt werden, im Zweifelsfall mit anschließendem CT der Lungen. Obwohl dem Ultraschall bei Veränderungen größer als 2,5cm eine Sensitivität (Empfindlichkeit) und Spezifität (Differenzierungsmöglichkeit) von bis zu 93-98% zugesagt werden, so stellt die CT dennoch das Standardverfahren zur Diagnose dar. In ausgewählten Fällen sind eine Magnetresonanztomografie (MRT) oder eine ergänzender Doppler-US-Untersuchung der Nierengefäße (vor allem der Nierenvene und der großen Hohlvene zum Ausschluss oder Nachweis von Tumorthromben) angezeigt. Blutuntersuchungen zur Vorsorge (im Sinne von Tumormarkern) gibt es zurzeit beim Nierenzellkarzinom noch nicht.

 

Therapieoptionen

 

Bei Vorliegen eines auf die Nieren beschränkten Tumors, stellt die operative Entfernung desselben die Therapie der Wahl dar. Dabei muss zwischen radikaler Nephrektomie (komplette Entfernung der Niere) und der organerhaltenden Nierentumorresektion unterschieden werden. Dabei wird „nur“ der Tumor aus der sonst gesunden Niere entfernt und die Niere kann erhalten werden. Dieses Verfahren ist bei Patienten mit bereits eingeschränkter Nierenfunktion zum Zeitpunkt der Diagnosestellung, bei Patienten, welche nur eine funktionierende Niere besitzen oder bei beidseitigem Tumorbefall unbedingt zu bevorzugen.

Ob diese Operationen nun konventionell offen, also mit einem Schnitt oder laparoskopisch, d.h. mittels Knopflochchirurgie durchgeführt werden kann, hängt von verschiedenen Faktoren (wie z.B. Größe und Lage des Tumors) ab. Am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Wien werden diese Eingriffe seit 2013 auch roboter-assistiert, d.h. mit dem DaVinci-Operationssystem® mit großem Erfolg durchgeführt.

Bei fortgeschrittenem Krankheitsstadium (z.B. bei sehr großem Tumor mit Wachstum über die Organgrenzen hinweg) ist der Ausschluss einer Metastasierung (Absiedlung) ausschlaggebend, ob eine radikale Operation noch sinnvoll ist. Bei starken Schmerzen oder unstillbaren Blutungen (erkennbar am blutigen Harn) sowie bei sehr hohem Leidensdruck kann eine sogenannte zytoreduktive Tumornephrektomie durchgeführt werden. Dabei wird durch den Eingriff de facto die Tumormenge im Körper verringert, um den Erfolg einer anschließenden weiteren Behandlung  zu optimieren. Denn lassen sich radiologisch ausgedehnte Absiedlungen bereits nachweisen, so ist die Therapie der Wahl eine systemische Behandlung mit sogenannten Angiogenese hemmenden Substanzen (Tyrosin Kinase Inhibotoren). So kann ein weiteres Wachstum des Tumors und somit das Fortschreiten der Erkrankung verhindert werden. Vor Einleiten einer solchen Therapie ist jedoch eine histologische (feingewebliche) Diagnosesicherung mittels Gebeprobe (zumeist CT-gezielte Feinnadel-Biopsie) notwendig. Ein Vorteil dieser Behandlungsmöglichkeit ist die gute Verträglichkeit und eine einfache Einnahme in Form von Tabletten. Diese kann in der medizinischen Abteilung im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder durchgeführt werden.

Durch meine Tätigkeit im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien kann ich Ihnen eine eventuell notwendige operative Weiterbehandlung auch persönlich anbieten.